Gedankliche Impressionen einer Indienreise

„Immer wieder überfällt mich das gleiche Gefühl wie bei meiner ersten Asienreise 1976: Bin ich auf einem anderen Planeten gelandet? Wie ist es möglich, dass wir auf dieser kleinen Erde so unterschiedlich leben, so total andere Wert- und Kulturvorstellungen möglich sind?
Ich bin nicht sicher: Ist es eine chaotische Ordnung oder ein systematisches Durcheinander, was ich im täglichen indischen Alltag wahrnehme?
Stundenlanges, manchmal vergebliches Warten auf den Bus, drangvolle Enge in den Straßen mit Rikschas, Ochsenkarren, durchdringend hupende Autos, dröhnende Lautsprecher neben gepflegten, wunderschönen Frauen in bunten Saris und Blumen in den Haaren.
Am Rande der Straße sitzen Bettler, schmutzige, traurige Kinder spielen vor ihren verfallenden Hütten, manchmal direkt neben geschmückten Villen.
Indien ist ein Land riesengroßer Gegensätze und Rätsel. Es zeigt viele Fragwürdigkeiten im sozialen Miteinander, doch es fasziniert gleichzeitig mit seinem kulturellen Reichtum an Religion, Philosophie und Geschichte. Vor allem die Religion hat noch Immer einen starken Einfluß auf die Lebensführung der Menschen wobei sicher manches wohl zu erstarrter Tradition geworden ist.
Für fromme Inder ist die Suche nach dem göttlichen Geheimnis das wichtigste Lebensziel. Leben in seiner Abhängigkeit von der Natur erscheint als Kommen und Gehen, Wachsen und Vergehen – wie ein unendlicher Kreislauf.“

Elisabeth Loewe, 1995

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